Freitagspredigt 22.05.15
 

Freitagspredigt

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Der Zeit Vitalität verleihen: 

Bittgebet und Gottesgedenken (Dhikr)

22.05.2015

 

وَ اِذَا سَأَلَكَ عِبَاديِ عَنِّي فَاِنِّي قَرِيبٌ اُجِيبُ دَعْوَةَ الدَّاعِ اِذَا دَعَانِي فَلْيَسْتَجِيبُوا لِي وَلْيُؤْمِنُوا بِي لَعَلَّهُمْ يَرْشُدُونَ


Verehrte Muslime,

Eines der wichtigsten gottesdienstlichen Handlungen ist das das Bittgebet (dua). Dua bedeutet das Rufen und um Hilfe zu bitten, das Flehen an Allah und Wünsche zu formulieren. Zudem steht das Bittgebet für “das Eingeständnis des Menschen seines Unvermögens angesichts der Erhabenheit Gottes, das ehrerbietige Erbitten Seiner Gnade und Seiner Güte sowie für die zu diesem Zweck vollzogene gottesdienstliche Handlungsart”. Die Zeit wiederum ist ein großes kostbares, dem Menschen anvertrautes Gut. Mit Bittgebet und dem Gedenken an Allah hält der Gläubige seine Zeit vital. Er versucht jeden Augenblick der Zeit in vollen Zügen zu füllen und nicht zu verschwenden.


Verehrte Muslime,

das Bittgebet ist ein starkes Band zwischen Allah und Seinem Diener. Das Bittgebet sorgt dafür, dass der Glaube an Allah im Bewusstsein des Menschen stets vital und präsent bleibt. Die Verbindung des Menschen zu seinem erhabenen Herren Allah kann sich im Trubel der alltäglichen Arbeiten schwächen. Mit der Formulierung seiner Bittgebete zu Seinem Herren baut der Mensch eine Kommunikation zu Allah auf. Somit bleibt der Gottesglaube vital in seinem Bewusstsein. Das Fernbleiben von Bittgebet und Gottesgedenken (Dhikr) führt dazu, dass sich die Verbindung der Person zum Schöpfer schwächt und folglich auch zur Schwächung des religiösen Lebens ihrem seinem Leben. Besonders in der heutigen Zeit, in der es so viele Faktoren gibt, die unsere Herzen verunreinigen, nimmt die Bedeutung des Bittgebets zu. Mit Bittgebet zu leben heißt so zu leben, als ob man Allah sehen würde. Wir dürfen nicht vergessen; wie sehr wir Ihn auch nicht sehen können, Er uns doch sieht! So lässt Er uns im Koran wissen: “Wenn dich Meine Diener nach Mir fragen, so sollen sie wissen, Ich bin nahe. Ich erwidere den Ruf des Rufenden, wenn er Mich ruft. So sollen sie Meiner Aufforderung folgen und an Mich glauben, damit sie den rechten Weg finden.”1

 

Verehrte Gläubige,

Aufgrund der Anlehnung an ein höheres Wesen verleihen Bittgebete dem Menschen inneren Frieden und Sicherheit. Das Bittgebet eröffnet dem Menschen den Weg zur Liebe und Zuwendung seines Schöpfers, dieses Quells der Liebe und Barmherzigkeit, der alles hört, alles weiß, alles sieht, Kunde über alles hat, der zu allem in der Lage ist, der uns unsere Sorgen nimmt und uns Glück und Geborgenheit verleiht. Ein Leben mit Bittgebeten bedeutet demnach, ein Leben zu führen, das geprägt ist von innerem Seelenfrieden. 

 

Verehrte Muslime,

eines der wichtigsten Erkennungszeichen für uns, dass ein Mensch an Allah glaubt, ist das Bittgebet. Das Bittgebet ist die Abkehr des Menschen von Großmut und seine Verneigung in Anerkennung vor der absoluten  Macht  Allahs. Der betende Mensch erkennt damit an, dass er nur ein hilfloser und schwacher Diener ist und was er erreichen will, nicht aus eigener Kraft erreichen kann, sondern dass nur Allah ihm seine Wünsche erfüllen kann. Das Bittgebet ist eines der ungetrübtesten, reinsten und aufrichtigsten Ausdrucksmöglichkeiten der Dienerschaft des Menschen vor Allah. Daher sagte auch unser Prophet Muhammed (s): “Das Bittgebet ist der Kern des Gottesdienstes.”2

 

Verehrte Gläubige,

Lassen Sie mich unsere Predigt mit zwei Überlieferungen (Hadis) unseres geliebten Propheten Muhammed (s) beenden: “Der Unterschied zwischen demjenigen, der seines Herrn gedenkt und demjenigen, der ihm nicht gedenkt, ist wie der Unterschied zwischen einem Lebendigen und einem Toten.”3  “Wenn ihr betet, so tut dies im festen Glauben daran, dass das Bittgebet auch angenommen wird. Wisset, dass Allah nur unachtsam hergesagte Gebete nicht annimmt.”4

 

Fatih GÜZEL

Religionsbeauftragter

 

1 Koran, al-Baqara, 2/186

2 at-Tirmizi, Sunan, Daawat, 2.

3 al-Bukhari, Sahih, Daawat, 66 

4 at-Tirmizi, Sunan, Daawat, 66

2015-05-21    


 

 

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Letzte Aktualisierung: 13.08.2012