Freitagspredigt 24.10.2014
 

Dank für die Gaben
24.10.2014

يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُواْ كُلُواْ مِن طَيِّبَاتِ مَا رَزَقْنَاكُمْ وَاشْكُرُواْ لِلّهِ
 إِن كُنتُمْ إِيَّاهُ تَعْبُدُونَ

Verehrte Gläubige!
Der Erhabene Allah hat unzählige Gaben für die Nutzung seiner Diener auf der Welt geschaffen. Er hat den Menschen als den edelsten unter den Geschöpfen bezeichnet und dem Menschen sehr viele hohen Eigenschaften geschenkt wie: Vernunft, Gesundheit, Glauben, Wissen, Intelligenz und Verstand. Außerdem hat Er den Menschen auch mit materiellen Möglichkeiten wie Hab, Gut und Vermögen ausgestattet.

Denn unser erhabener Herr Allah sagte im gnadenreichen Koran: „Und alles was ihr an Gunst erfahrt, ist von Allah.“1 Und wenn ihr die Gnadenerweise von Allah zählen wolltet, könntet ihr sie nicht erfassen.2

Die größte Gabe Allahs, des Erhabenen, für uns, ist ohne Zweifel unsere erhabene Religion, der Islam. Diese Gabe ist der einzige Anlass, die zur Erlangung der Gaben im jenseitigen Leben führt.

Ist die Erschaffung von uns als Mensch, das Geschenk des Verstandes zum Verstehen, des Auges zum Sehen, der Ohren zum Hören nicht jeweils eine Gabe Gottes? In einem Vers wird gesagt: „Und Er hat euch Gehör, Augenlicht und Herzen gegeben, auf dass ihr dankbar sein möget.“3

Ist die Luft, die wir jeden Tag ein- und ausatmen und dazu verhilft, unser Leben aufrechtzuerhalten, nicht eine Gabe? Denken wir nur, dass uns diese Gaben nur für einen Moment entbehrt wären, sich die Augen und die Ohren verschließen und dazu nicht mehr atmen könnten, würde die Welt dann nicht zur Hölle werden? Oder sind auch die Speisen und Getränke; sehr schöne und leckere Nahrungsmittel und Getränke wie Brot, Wasser, Fleisch, Milch usw. jeweils auch nicht eine Gabe?

Verehrte Gemeinde!
In einem Vers sprach unser Erhabener Herr Allah: „O ihr, die ihr glaubt! Esst von den guten Dingen, mit denen Wir euch versorgt haben, und seit Allah dankbar, wenn ihr Ihm allein dient!“4

Haben wir denn überhaupt daran gedacht, wie wir diesen Gaben danken sollten? Der Dank an Allah wird nicht nur mit Worten geäußert. Wir sollten jeder Gabe in der eigenen Gattung danken. Das kann dadurch gemacht werden, indem wir Gottes geschenkte Gaben auf Seinem Wege einsetzen. Der Verstand ist eine Gabe, das Denken ist der Dank dessen. Das Herz ist eine Gabe, anderen Menschen gegenüber liebevoll zu sein ist der Dank des Herzens. Der Koran ist eine Gabe, ihn zu lesen und zu verstehen, den Geboten und Verboten entsprechend das Leben zu gestalten, ist ein Dank. Wissen zu erwerben ist eine Gabe, entsprechend des Wissens zu handeln und das Wissen anderen weiterzugeben ist der Dank dafür. Eigentum zu erwerben ist eine Gabe, die Pflichtabgabe (Zekat) zu entrichten und zu spenden ist der Dank dafür. Das Auge ist eine Gabe, die Fehler des Gläubigen oder der Personen um sich herum nicht zu sehen ist der Dank dafür. Das Hören ist eine Gabe, schlechte Äußerungen von anderen nicht zu hören ist ein Dank dafür. Die Gesundheit ist eine Gabe, die Gottesdienste wie das Bittgebet und das Fasten, sind ein Dank dafür.

Wer glaubt, Allah und seinem Propheten gehorcht, den Geboten und Verboten des Islam folgt, sich um die Armen und Bedürftigen kümmert, dankt also folglich den Gaben, die ihm Allah geschenkt hat. Wer vergisst, dass Allah ihm die vorhandenen Gaben schenkte, sich in sündhafte Verbote versenkt, die Gottesdienste aussetzt, für den reicht es aber nicht, allein wörtlich geäußerte Worte wie „Dank sei Ihm“ oder „gelobt sei Allah“ als Dank für die Gaben zu sprechen.

Meine Predigt möchte ich mit einem Gebet des Propheten beenden: „O Allah, hilf mir, Dir zu gedenken, Deinen Gaben zu danken und Dir gegenüber meine Gottesdienste schön auszuführen.5

Muammer Özbek
Religionsbeauftragter, DITIB Fatih Moschee, Düren
__________________
1 Koran, an-Nahl 16/53
2 Koran, Ibrahim, 14/34
3 Koran, an-Nahl, 16/78
4 al-Baqara, 2/172
5 Abu Davud, Istigfar, 26; Nesai, Dua, 94

 

 

  Copyright © 1999 - powered by KMG-Limburg

Letzte Aktualisierung: 13.08.2012