Freitagspredigt 01.08.2014
 

Der Erwerb vom Fastenmonat Ramadan


Verehrte Muslime,
Allah hat für einen bestimmten Zweck das ganze Universum aus dem Nichts erschaffen und uns, den Kindern Adams, das Ziel vorgeschrieben, an Ihm zu glauben, Ihn anzubeten, um somit sein Einverständnis zu erlangen. Um dieses Ziel zu erreichen, gab Er gute Möglichkeiten und aus Sicht der guten Taten, gab Er uns ertragreiche Zeiten. Eines dieser außergewöhnlichen Zeiten ist der Fastenmonat Ramadan, den wir letzte Woche hinter uns gebracht haben. Ramadan ist ein unvergleichlicher Monat, an dem wir durch das Fasten unserem Körper gesundheitlich ein Gefallen tun, durch die Almosensteuer und anderen Abgaben unser Eigentum reinigen und sowohl im materiellen Sinne, als auch im seelischen, viele schöne Vorfälle erleben.
 
Meine lieben Brüder,
In diesem Monat haben wir gefastet. Das Fasten ist ein Dienst, der unseren teuflischen Begierden ein Ende setzt, der dafür sorgt, dass wir durch das Hungern an die Bedürftigen gedenken,  der uns das Teilen beibringt, unserem Körper Wohl und unseren Herzen Frieden verleiht. Wenn wir diese Andachtsübung auch in der übrigen Zeit durchmachen, so können wir all diese Schönheiten weiterhin erleben. Wir hatten in diesem Monat wieder die Gelegenheit, uns vielermaßen mit dem Koran zu beschäftigen. Wir müssen diese Beschäftigung bzw. diese Vereinigung über ein ganzes Jahr, ja sogar über unser ganzes Leben verteilen. Denn der Koran ist der entscheidende Führer im Leben und der Kompass unserer Erlösung; es verschreibt dem, der es liest, gute Taten, verleiht unserer Seele eine Genesung und vereinigt die Gläubigen im Diesseits und im Jenseits Gnade und Frieden. Die letzte Botschaft unseres Herrn an die ganze Menschheit, nämlich der Koran befindet sich in unseren Händen, ohne dessen ein Buchstabe verändert worden zu sein. Um der Erlösung zu gelangen, müssen wir ihn lesen, ihn verstehen und seine Prinzipien in unserem Leben praktizieren.

Liebe Muslime,
Eine weitere Schönheit, die der Ramadan uns schenkt, ist das Bewusstsein der Einigkeit und des Zusammenhalts. Wir müssen, herausgehend aus den Regeln der Natur, in Gemeinschaften leben. All unsere Almosengaben, unsere gemeinsamen Essen zum Fastenbrechen, die seelische Atmosphäre, unsere einzigartige Gebetsrichtung, unsere gemeinsamen Teravih-Gebete zum ein und demselben Gott, die wir in diesem Monat errichtet haben, haben unsere Brüderlichkeit gefestigt. Wir müssen versuchen, diesen Gedanken der Brüderlichkeit in all unseren Lebensbereichen und –momenten aufrechtzuerhalten. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir alle die Kinder Adams und die Gläubigen sind.

Verehrte Brüder,
Das Leben ist eine Möglichkeit, das uns Allah vorübergehend gegeben hat, um sowohl unser Diesseits als auch unser Jenseits zu verschönern. Keiner unter uns würde wollen, dass wir, egal ob in diesem Leben oder im Leben danach, ein Verlust erwerben bzw. unter einer schmerzlichen Enttäuschung leiden. So müssen wir hinter den Werten, an die wir glauben, stehen. Die Schönheiten, die wir vor allem im Ramadan erlebt haben, sei es eine vernünftige Zeiteinteilung, die Stabilität unserer Willenskraft, die regelmäßigen Andachtsübungen, der Dank an all die Gaben, etc. müssen wir uns zu allen Momenten unseres Lebens aneignen können. Wir dürfen nicht vergessen, dass Allah uns Folgendes geboten hat: „Und diene deinem Herrn, bis der Tod zu dir kommt.“ (Koran, 15:99). Zudem heißt es in eines der Hadithe unseres Propheten (Friede sei mit ihm): „Der beste Gottesdienst ist der, der auch wenn es zu wenig ist, dauerhaft ist.“ (Buahri, Iman, 32). Wie auch im Koranvers als auch im Hadith sehen wir, wie wichtig die Dauerhaftigkeit bzw. die Kontinuität der Andachtsübungen ist.

Wohl dem, der die Schönheiten des Ramadan wahrhaftig auf sein ganzes Leben überträgt und den Ziel hat, den wahren Festtag im Beisein von Allah zu erleben! 

Ramazan Yıdırım
Religionsbeauftragter Selimiye Moschee Lehrte


1. Kur`an 15, 99
2. Buhari, Iman, 3

 

 

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Letzte Aktualisierung: 13.08.2012