Freitagspredigt 17.04.15
 

Verehrte Muslime!

Im Jahr seines Todes vollzog unser Prophet den Hadsch. Auf dem Arafat, in Muzdalifa und Mina sprach er zu den Menschen. „O ihr Menschen! Hört meine Worte. Ich weiß es nicht, aber vielleicht werde ich euch nächstes Jahr an dieser Stelle nicht wieder treffen können.“ Die Muslime ahnten schon, dass die letzten Tage im Leben des Propheten angebrochen waren. Deshalb werden diese Predigten als „Abschiedspredigt“ bezeichnet.

Liebe Geschwister!
In der Sure Ahzâb wird hervorgehoben, dass der Gesandte Allahs für uns das beste Beispiel ist. „In dem Gesandten Allahs habt ihr wirklich ein schönes Beispiel für jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und oft Allahs gedenkt.“[1]

Verehrte Muslime!
An jenem Tag sprach unser Prophet zu den dort versammelten Muslimen, doch richteten sich seine Worte an alle gegenwärtigen und zukünftigen Generationen der Umma, zu der auch wir gehören. 

„O meine Gefährten! O ihr Menschen!“ Mit dieser Anrede begann der Prophet seine Worte: „Genauso wie diese Stadt gesegnet ist, so sind auch euer Leben, euer Vermögen und eure Ehre gesegnet und vor jeglichem Angriff geschützt.“ Damit stellte er das Leben, das Eigentum und die Würde der Menschen unter Schutz. 

Er warnte uns: „Mein Vermächtnis an euch ist es, die Rechte der Frauen zu achten, und euch diesbezüglich vor Allah zu fürchten.“

„Unterdrückt nicht, und nehmt keine Unterdrückung hin. Meine Gefährten! Die Blutrache aus den Zeiten der Dschâhiliyya ist vollständig aufgehoben.“ Aus diesen Aussagen können wir viele Lehren ziehen. 

Liebe Geschwister!
Sind diese Weisungen, die er an jenem Tag auf den Ebenen des Arafat und Muzdalifa und Mina seinen Gefährten erteilte, nicht geradezu an alle Menschen gerichtet, insbesondere an die heutigen Muslime? 

„O ihr Menschen!
Euer Herr ist einer. Und euer Vater ist einer. Ihr alle seid die Kinder Adams, und Adam ist aus Erde. So wie ein Araber keine Überlegenheit über einen Nichtaraber und ein Nichtaraber keine Überlegenheit über einen Araber besitzt, so besitzt auch ein Rothäutiger keine Überlegenheit über einen Schwarzhäutigen und ein Schwarz-häutiger keine Überlegenheit über einen Rot-häutigen. Die Überlegenheit liegt nur in der Takwâ, in der Furcht vor Allah. Der wertvollste von euch bei Allah ist der, der sich am meisten vor ihm fürchtet. 

Ein Schuldiger kann nicht mit einer anderen Schuld, außer seiner eigenen beschuldigt werden. Ein Vater kann nicht mit der Schuld seines Sohnes beschuldigt, und der Sohn nicht mit der Schuld des Vaters beschuldigt werden. 

Wisset, dass jede Art von Zins aufgehoben ist. 

Beachtet! Diese vier Dinge dürft ihr niemals tun: Ihr dürft Allah nichts beigesellen. Ihr dürft das Leben, das Allah für haram erklärt hat, nicht zu Unrecht töten. Ihr dürft keinen Ehebruch begehen. Ihr dürft keinen Diebstahl begehen! 

O ihr Menschen!
Ihr werdet gewiss zu eurem Herrn zurückkehren. Und er wird für das, was ihr getan habt, Rechenschaft von euch verlangen. Kehrt nach mir auf keinen Fall auf die alten Irrwege zurück, und tötet euch nicht gegenseitig! Wer heute hier anwesend ist, soll mein Vermächtnis zu denjenigen tragen, die nicht anwesend sind. Denn es kann sein, dass ihr es zu jemandem tragt, der all dies noch besser versteht als ihr. 

O ihr Gläubigen! Hört meine Worte und prägt sie euch gut ein! Ein Muslim ist einem anderen Muslim wie Brüder und Schwestern und so sind alle Muslime Geschwister. Weder das Blut noch das Vermögen muslimischer Geschwister ist halal. Es sei denn, eine Vermögensabgabe erfolgt freiwillig und frohen Herzens. 

O ihr Gläubigen! Ich vertraue euch zwei Dinge an. Solange ihr euch an sie klammert, werdet ihr nicht irregehen. Das, was ich euch anvertraue, sind das Buch Allahs, der Koran, und die Sunna seines Propheten.“


[1] Sure Ahzâb, 33:21

IGMG Köln

 

 

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Letzte Aktualisierung: 13.08.2012