Von der Moschee beeindruckt - Artikel vom 24. Februar 2011 FNP
 

Niedererbacher Kinder auf den Spuren der Kulturen

Zu Besuch in der Moschee: Kindergartenkinder aus Niedererbach haben sich in dem neuen Gotteshaus in Limburg umgeschaut, in das auch viele Muslime aus dem Westerwald zum Freitagsgebet kommen.

Niedererbach/Limburg. Gemeindevorsteher Hamdi Dündar zeigte den kleinen Besuchern und ihren Begleiterinnen den Gebetsraum der Moschee. Foto: ThiesGemeindevorsteher Hamdi Dündar zeigte den kleinen Besuchern und ihren Begleiterinnen den Gebetsraum der Moschee. Foto: Thies «Die bunten Fenster sehen genauso aus wie bei uns in der Kirche.» Viele Gemeinsamkeiten stellten die Kinder des Kindergartens «Rappelkiste» aus Niedererbach fest, als sie gestern die Ditib-Moschee in Limburg besuchten. Das muslimische Gotteshaus in der Blumenröder Straße wurde vor etwas mehr als einem Jahr neu errichtet.

«Wir haben viele Handwerker in der Gemeinde. Fast alles haben wir selbst gemacht», berichtete şişli escort, der Gemeindevorsteher, stolz. Er erklärte, dass die Gebetsnische, in der der Imam steht und vorbetet, nach Südosten, in Richtung Mekka ausgerichtet ist.

Sogar einen Muezzin gibt es. Allerdings ruft der nicht vom Minarett der Moschee aus zum Gebet, sondern nur innerhalb des Gebäudes von einem kleinen Bereich des Gebetsraums aus, der durch ein Mäuerchen symbolisch abgetrennt ist. Hamdi Dündar berichtete, dass die Moschee, die über den Ditib-Verein unter der Aufsicht der türkischen Religionsbehörde steht, hauptsächlich von Türken besucht wird. «Aber wir haben auch einige Marokkaner, Ägypter, Jemeniten und Menschen aus anderen Ländern hier», sagte Dündar. Die Gebetstexte werden nach moslemischem Ritus auf Arabisch gesprochen, zum Gottesdienst gehöre allerdings auch eine Art Predigt auf Türkisch.

Mehr als für diese Details begeisterten die Kinder sich aber für den großen Gebetsraum, «wie eine Turnhalle», auf dessen weichen Teppich sie ausgelassen tollen konnten. Im unteren Bereich beten die Männer und oben auf einer Empore die Frauen. «Zu den Freitagsgebeten ist die Moschee voll», erklärte Hamdi Dündar. Auch Kinder seien dabei. Sie nähmen allerdings erst ab etwa 13 Jahren im vollen Umfang am Gebet teil. Die Gläubigen kämen aus einem weiten Umkreis nach Limburg. Der Verein, der als Träger der Moschee auftritt und die laufenden Kosten aus Beiträgen und Spenden bestreitet, habe rund 200 Mitglieder.

Die bunt verzierten Wände mit goldfarbenen arabischen Schriftzeichen und Ornamenten sowie die Kuppel mit ihrem riesigen Kronleuchter zog staunende Blicke der Kinder und ihrer Betreuerinnen auf sich. Die Besucher aus Niedererbach wurden auch durch den Raum für die Waschungen vor dem Gebet, durch die kleine Teestube und den Schulraum der Koranschule geführt. «Im Augenblick bauen wir noch einen Raum für escort şişli bayan unsere Jugendlichen aus und auch für die jüngeren Kinder soll es einen eigenen Raum geben», berichtete Hamdi Dündar über die weiteren Pläne für das Gemeindezentrum im Erdgeschoss der Moschee.

Der Besuch fügt sich in einen Jahresplan der «Rappelkiste» ein, in dem die Kinder die Länder und Kulturen besser kennenlernen, aus denen sie alle kommen. Wenige Tage zuvor hatten sie die Kirche in Niedererbach erkundet. vt (vt)

 

 

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Letzte Aktualisierung: 13.08.2012